<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>z w i s c h e n z e i t e n &#187; vom schnee</title>
	<atom:link href="http://svdf.de/archives/tag/vom-schnee/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://svdf.de</link>
	<description>fotografische briefe, bildergeschichten, sehen und denken.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 16 Sep 2010 07:07:53 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>wieder schnee von gestern</title>
		<link>http://svdf.de/archives/260</link>
		<comments>http://svdf.de/archives/260#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 18:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[seitenblicke]]></category>
		<category><![CDATA[descartes]]></category>
		<category><![CDATA[durs grünbein]]></category>
		<category><![CDATA[frost]]></category>
		<category><![CDATA[vom schnee]]></category>
		<category><![CDATA[winterwald]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://svdf.de/?p=260</guid>
		<description><![CDATA[
jahreszeitlich gesehen habe ich durs grünbeins &#8220;vom schnee&#8221; knapp zu spät gefunden. zur arbeitsmotivation aber zum genau richtigen zeitpunkt.  &#8220;vom schnee&#8221; erzählt von descartes&#8217; winter in deutschland. und vom schnee, der abstrahieren hilft.

der schnee von heute
monsieur, wacht auf. es hat geschneit die ganze nacht.
soweit das auge reicht auf einer weißen fläche,
schmückt sich das land mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-261 alignnone" style="border: 5px solid black; margin: 5px;" title="verbindung" src="http://svdf.de/wp-content/uploads/2009/03/verbindung.jpg" alt="frost" width="552" height="375" /></p>
<p>jahreszeitlich gesehen habe ich durs grünbeins &#8220;<a title="rezension" href="http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/vomschnee-r.htm" target="_blank">vom schnee</a>&#8221; knapp zu spät gefunden. zur arbeitsmotivation aber zum genau richtigen zeitpunkt.  &#8220;vom schnee&#8221; erzählt von descartes&#8217; winter in deutschland. und vom schnee, der abstrahieren hilft.</p>
<p><span id="more-260"></span></p>
<p>der schnee von heute</p>
<p>monsieur, wacht auf. es hat geschneit die ganze nacht.<br />
soweit das auge reicht auf einer weißen fläche,<br />
schmückt sich das land mit weißen kegeln. es sind bäume,<br />
die mit der winterhand der große arrangeur<br />
veredelt hat. man sagt, ihr schätzt ihn, seinen spieltrieb,<br />
der türmen hauben aufsetzt und die dächer deckt<br />
mit kalten daunen. sein kristallenes flanell,<br />
gewebt aus flocken, polstert faltenlos die fluren aus,<br />
bis alle welt verzaubert ist und tief verschneit -<br />
ein foliant mit weißen seiten, die nur <em>er</em> beschreibt.</p>
<p>seht ihr, es tagt. spurlose frühe, geometrisch klar.<br />
kühl wie am morgen nach der schöpfung, formenstreng,<br />
zeigt sich die erde nun, berechenbar. was möglich ist,<br />
nicht was durch sintflut, ackerbau und kleinstaatkrieg<br />
verheerend wirklich wurde, liegt nun ausgebreitet.<br />
besänftigt lädt, was irgend denkbar ist, zum studium ein.<br />
schnee hat den bann gebrochen. das diktat der zeit -<br />
habt ihr bemerkt, ist aufgehoben. unter frischen wehen<br />
kroch eine gleichung in die hügel. rein als raum,<br />
dreht sich die landschaft auf den rücken wie im traum.</p>
<p>wacht auf, monsieur. auch wenn es scheint, ein federbett<br />
sei wie die wunderwelt dort draußen &#8211; nur im kleinen.<br />
zum greifen nah, leicht überschaubar. eine projektion<br />
im maßstab eins zu tausend, nimmt man die region,<br />
in der euch winter traf und einspann wie die raupe.<br />
heraus aus dem kokon! kommt, werft die decken ab,<br />
wenn auch ihr faltenwurf an berg und tal erinnert -<br />
dazwischen gänsepfade, überm knie ein ferner hügel &#8230;<br />
was früh den blick trübt, nachts ihn bricht, ist kein gestirn.<br />
ein futteral ists, weich gepolstert, für das müde hirn.</p>
<p>[...]</p>
<p>schnee abstrahiert. nehmt an er hat das bett gemacht<br />
für die vernunft. er hat die wege eingeschläfert,<br />
auf denen der gedankengang sich sonst verirrte.<br />
die landschaft gleicht der schiefertafel, blankgewischt,<br />
gekippt um neunzig grad. im winterlicht erstrahlt<br />
die reinste kammer <em>lucida</em>. durchs guckloch geht<br />
der sehstrahl scharf zum horizont und kommt zurück.<br />
kein hindernis, kein zickzackpfad, nur perspektiven.<br />
vom frost geputzt der zeichentisch &#8211; ein idealer boden<br />
für den <em>discours</em>, monsieur. allez! für die methode.</p>
<p>nun steht schon auf. die sonne wartet nicht auf euch.<br />
erhebt euch aus zerwühlten laken, eh die herrlichkeit<br />
zerschmilzt und dreck die sicht euch trübt wie immer.<br />
neuschnee ist kostbar wie die großen diamanten,<br />
für die man krieg führt und tauscht provinzen.<br />
ein juwelier, der schnee. er modelliert, wohin er fällt.<br />
er rundet auf und ab und übersetzt in schöne kurven,<br />
wofür physik dann, schwalbenflink, die formel findet.<br />
monsieur, bedenkt, was euch entgeht, verliert ihr zeit.<br />
für euch hat es, für euch, die ganze nacht geschneit.</p>
<p><img class="size-full wp-image-262 alignnone" style="border: 5px solid black; margin: 5px;" title="winterwald" src="http://svdf.de/wp-content/uploads/2009/03/winterwald.jpg" alt="winterwald" width="547" height="375" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://svdf.de/archives/260/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

