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auf den dächern von paris

schornsteinhuetchen

unten im straßengewirr lärmen autos und lautsprecher, die vor klamottenläden aufgestellt sind, menschen telefonieren, unterhalten sich, rufen sich etwas zu, reden mit sich selbst. aus den metroschächten steigt stickige luft auf, vor der von rosa neonröhren grell beleuchteten fleischerei riecht es nach blut, einem verkäufer fällt beim stapeln großer leinensäcke vor seinem lädchen ein sack um und erdnüsse rollen über den asphalt. üblicherweise ist man in eile, und ständig müssen die eigenen bewegungen den bewegungen anderer passanten angepasst werden. ausweichen, beschleunigen, verlangsamen, am zeitungskiosk stehen bleiben und die schlagzeilen überfliegen, dem hund, der sein herrchen zum spazierengehen ausführt, hinterhergucken.
dann in einem unscheinbaren hauseingang verschwinden, den code eingeben, tür öffnen und die schmale holztreppe bis nach ganz oben steigen. im fünften stock lehnt eine wacklige holzleiter an der wand. im dach ist eine luke eingelassen und gibt den blick frei auf ein stück blauen himmel. beim hinaufsteigen erweitert sich der himmel, bis er sich über ganz paris spannt und rundherum nur von einem dächerhorizont begrenzt wird. hier oben auf den dächern ist es vergleichsweise still, man ist allein (mit ein paar tauben), über allem und ungesehen. kann sich zeit nehmen, von dach zu dach schlendern und den blick schweifen lassen.

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